Sabine Mohrmanns Thema ist die Komposition. Ob mittels der Collage, beim Illustrieren von Literatur oder beim Bemalen von Objekten, immer komponiert die Künstlerin, sie setzt die Flächen, die Linien, die Farbwerte in ein spannungsvolles Beziehungsgefüge zueinander und vor allem auch zum Format ihrer Bildträger.

Dieses Anordnen, dieses Schichten, dieses Platzieren der Flächen ist von stetem Wandel, von Veränderung, Überarbeitung, vom Zweifel am Gefundenen, von Korrekturen und auch von Vernichtung gekennzeichnet. Schließlich hat die Künstlerin den Moment gefunden- den Moment, wenn die Komposition stimmt, wenn sie trotz starker Diagonalen und harter grafischer Hell-Dunkel-Kontraste trägt, wenn die Spannung der Farben und Flächen eine ästhetische Balance gefunden hat, wenn sich in der Komposition ein Gleichgewicht eingestellt hat, das bei jeder nächstfolgenden kleinsten Veränderung schnell wieder aus dem Balancezustand geraten könnte.

(aus der Rede zur Eröffnung der Ausstellung „Zeitsprung“, Schloss Übigau 2012)

Dr. Christoph Schölzel, Dresden